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Mit Peter südwärts – von Tromsø zurück nach Bodø

Zeitraum: 17. Juni - 5. Juli 2026   Distanz: 316 sm

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In Tromsø bekommen wir für die nächsten knapp zwei Wochen Verstärkung: Peter, ein ehemaliger Arbeitskollege von Klaus, kommt an Bord. Gemeinsam wollen wir den Weg zurück nach Bodø antreten – eine Strecke, die uns noch einmal durch einige der schönsten Landschaften Nordnorwegens führen wird.

Natürlich zeigen wir Peter zunächst Tromsøs Klassiker: die Innenstadt, die Brücke nach Tromsdalen und die markante Eismeerkathedrale. Ein Stück der Sherpatreppe hinauf belohnt uns mit einem großartigen Blick über Stadt, Fjord und die umliegenden Berge. Abends besuchen wir ein Orgelkonzert in der Kathedrale. Die Stimmung ist toll, aber die Musik gefällt nicht allen gleichermaßen gut. Trotzdem ist es ein Erlebnis.

Am nächsten Morgen zeigt sich das Wetter deutlich unbeständiger, aber wir brechen auf um in die norwegische Karibik nach Sommarøy zu fahren. Kaum fällt der Anker, beginnt sich die Wolkendecke zu öffnen. Die weißen Sandstrände und das türkisblaue Wasser machen ihrem Ruf als „norwegische Karibik“ alle Ehre. Mit dem Dinghy machen wir einen kurzen Ausflug durch den Hafen und an Land.

Unser Plan zurück nach Andenes zu fahren, um die Wale doch noch zu sehen wird vom Wind vereitelt. Wir brechen auf Richtung Finnsnes, können aber kaum segeln, weil der Wind uns bald heftig auf die Nase bläst. Finnsnes bietet uns zwar einen sicheren Hafen, aber der Ort selbst ist nicht sehr attraktiv. Die geplante Wanderung in die Berge fällt aus, da die Gipfel unter einer dichten Wolkendecke verborgen bleiben. Nach einem kurzen Stadtbummel und Einkauf gehen wir zurück zum Schiff.

Das nächste Ziel ist Harstad. Wir segeln zunächst ein bisschen, dann muss der Motor ran da wir im engen Fahrwasser nicht sinnvoll gegen den starken Wind kreuzen können. Bald stampfen wir uns auch unter Maschine in der sich aufbauenden, steilen Welle immer mehr fest und machen weniger als 3 Knoten Fahrt über Grund. So erreichen wir Harstad nicht mehr in vernünftiger Zeit und brauchen eine Alternative. Eine kleine Ankerbucht im Süden Senjas bietet Schutz vor dem kräftigen Südwestwind. Wir fahren den Anker sorgfältig ein und stecken ausreichend Kette. Mit gesetztem Ankersegel liegt Anori anschließend ruhig, während draußen der Wind weiter über die Berge fegt.

Tags darauf geht es dann nach Harstad, aber das Wetter ist immer noch schlecht und wir haben auch kein Angelglück. Nur ein mickriger Rotbarsch bleibt hängen, der später an die Möwen geht. In Harstad findet gerade ein Festival mit Konzerten und Straßenkunst statt. Trotz des grauen Himmels kommt dadurch Leben in die Stadt. Unser persönliches Highlight ist am Abend das Konzert der schwedischen Folkgruppe Kraja in der alten Trondenes Kirche. Die vier Stimmen verschmelzen in der historischen Umgebung zu einem außergewöhnlichen Klangbild. Wir sind uns schnell einig: Das trifft unseren Geschmack deutlich besser als das Orgelkonzert in Tromsø.

Von Harstad geht es nach Lødingen, wieder mit dem Motor gegen den allerdings schwachen Wind. Das Wetter ist etwas besser und wir können abends noch einen Spaziergang in Lødingen machen.

Da der Wind weiter unverdrossen aus Südwest weht fahren wir nicht direkt zu den Lofoten, sondern machen einen Schlag über den Vestfjord nach Skutvik. Das Segeln klappt ganz gut, dafür hat der Himmel wieder seine Schleusen geöffnet und wir können abends das Boot nicht verlassen.

Bevor es am nächsten Tag weitergeht, machen wir noch einen Spaziergang durch die reizvolle Umgebung und landen eher zufällig im Arctic Salmon Center. Wir werden zu einer Führung an einem der modernen Aufzuchtbecken eingeladen. Mit dem Highspeed-RIB drehen wir eine kurze Runde über den Fjord und dann zum Fischgehege. Wir erhalten einen Einblick in die moderne Lachszucht, einem der wichtigsten Industriezweige Norwegens. Erfreulich ist, dass auch unsere kritischen Fragen wie Krankheiten, Parasiten und Auswirkungen auf die Natur offen besprochen werden. Anschließend gibt es ein Mittagessen natürlich mit Lachs.

Am Nachmittag setzen wir Segel Richtung Lofoten. Die erste Station ist Kabelvåg, da Peter gerne die Lofotenkathedrale besichtigen wollte. Wegen der bevorstehenden Vestfjord-Regatta ist auf dem zentralen Platz bereits eine kleine Zeltstadt entstanden. Wir spazieren zur Kathedrale und schlendern durch den Ort. Das Lofotenmuseum schauen wir uns am nächsten Morgen an; bei leichter Bewölkung und gelegentlicher Sonne ist die Umgebung wieder wunderschön und im Juni blüht es überall auf den Wiesen. Kurz vor 13 Uhr legen wir gerade noch rechtzeitig ab als die ersten Regatta-Teilnehmer in den Hafen segeln.

Mit Henningsvær steht ein weiterer Lofotenklassiker auf dem Programm und wir entscheiden uns spontan, eine Nacht zu bleiben. Am uns bekannten Pontoon des Fiskekrogen ist Platz und so liegen wir gut und genießen abends ein gutes Essen. Der obligatorische Bummel durch Henningsvær inklusive Fußballplatz darf natürlich nicht fehlen und das Wetter ist wieder etwas freundlicher.

Am nächsten Tag geht es nach Reine, da wir auf den Reinebringen klettern wollen. Auf dem Weg liegt ein weiteres Highlight mit dem Nusfjord, in den wir kurz einfahren. Kurz vor Reine beschert uns das Meer noch zwei besondere Begegnungen: Zunächst taucht ein Buckelwal auf, wenig später entdecken wir eine Gruppe Orcas bei der Jagd.

Nach Anleger-Tee und Zimtschnecke geht es in einer guten Stunde über knapp 2000 Stufen auf den Gipfel des Reinebringen. Wir genießen den berühmten Ausblick auf Reine und die Umgebung obwohl es auf dem Gipfel recht voll ist und das Wetter nicht ganz mitspielt.

Da wieder stärkerer Wind aus Südwest angesagt ist, ziehen wir uns am nächsten Tag nach Sørvågen zurück. Auf dem Weg fangen wir noch einen Pollack und einen Kabeljau und sichern damit das Abendessen. Ein kurzer Besuch der Lofotenwasserfälle und umliegenden Seen rundet den Tag ab.

Während Anori geschützt im Hafen liegt machen wir einen Ausflug mit dem Bus nach Ramberg. Die Wanderung auf den Nubben brechen wir ab, da der Weg sehr steil und glitschig ist. Stattdessen genießen wir den langen Sandstrand von Ramberg und im nahen gelegenen Café gibt es gutes Gebäck und Heissgetränke. Abends essen wir im Lokal Maren Anna in Sørvågen. Es ist rappelvoll, da die norwegische Nationalmannschaft spielt und sich eine begeisterte Menge vor dem großen Fernseher eingefunden hat. Wir erleben das „Ru“ der Fans hautnah mit und Norwegen gewinnt.

Am 1. Juli erreichen wir nach einer flotten Segelpassage über den Vestfjord wieder Bodø. Bei einem Rundgang durch Bodø entdecken wir noch Neues: die Kathedrale und das berühmte Aspmyra Stadion der Fußballmannschaft Bodø/Glimt. Wir verabschieden Peter, der mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck den Rückflug nach Deutschland antritt. Für uns beginnt damit ein neuer Abschnitt: Die Zeit in Norwegen neigt sich dem Ende entgegen und die nächste große Herausforderung wartet – die Überfahrt nach Island.

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