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Tromsø bis Hammerfest

Zeitraum: 20. Mai - 1. Juni 2026   Distanz: 184 sm

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Unser nächstes Ziel ist das Paris des Nordens, Tromsø. Das Wetter ist bedeckt mit gelegentlichem Segelwind und wir bekommen ordentlich Schub von hinten im Rystraumen. Tromsø empfängt uns zunächst eher verhalten: feucht, kühl und mit kaum einer Lücke in der Wolkendecke. Zumindest bekommen wir einen ordentlichen Liegeplatz, zwischen größeren Segelbooten, die nach Spitzbergen wollen, oder von dort kommen. Peppe’s Pizza spart das abendliche Kochen.

In den nächsten Tagen machen wir Besorgungen, Wäsche und empfangen unsere Pakete von TO-Stützpunktleiter Ben. Die Wanderung hinauf zum Fjellheisen über die Sherpatreppe und zurück über den recht steilen Wanderweg hat es durchaus in sich. Auch hier sind noch Schneefelder auf den Wegen und Stufen und erschweren das Gehen. Die Seilbahn ist gesperrt und wird renoviert; so treffen wir oben nur andere Wanderer und Arbeiter. Der Blick auf Tromsø und Umgebung ist wieder einmal atemberaubend unter blauem Himmel. Nach dem Abstieg schauen wir noch kurz bei der Eismeerkathedrale vorbei, einem der Wahrzeichen von Tromsø.

An Klaus Geburtstag regnet es leider, und so genießen wir ein ausführliches Frühstück und gehen dann ins Polarmuseum das die Polarexpeditionen von Amundsen, Nansen und anderen Entdeckern eindrucksvoll dokumentiert. Das Museum ist die perfekte Einstimmung für das Polaria, ein Aquarium mit der Tierwelt des Polarkreises und Ausstellungen zum Einfluß des Klimawandels auf Nahrungsketten und Lebensbedingungen in der arktischen Region sowie eindrucksvollen Filmen zu den Polarlichtern und der Natur Spitzbergens. Stars sind natürlich die Seehunde und Bartrobben beim Training mit Fütterung.

Nach 5 Tagen verlassen wir Tromsø in Richtung der Lyngen-Alpen. Vom Hafen Sandneset machen wir eine kombinierte Rad- und Wandertour zum Blåisvatnet, einem sehr blauen Bergsee in diesem Gebirge. Erneut beeindrucken uns die steilen, noch schneebedeckten Berge und die großartige Natur um uns herum. Abends wissen wir, was wir getan haben: 50km Fahrrad und gut 9km Wanderung sind merklich zu spüren.

Im Fischerhafen von Skjervøy finden wir unseren nächsten Liegeplatz. Zum ersten Mal hat das Angeln keinen Erfolg gehabt und so gibt es abends Lasagne. Auf Skervøy, das ganz anders aussieht als die großen Inseln mit den hohen Bergen, machen wir eine Wanderung über den Brennerpass, haben Ausblicke auf die ehemalige Küstenfestung Engnes und erklimmen den Langlia-Gipfel, der wiederum den Blick auf Skervøy Hafen und Stadt und die anderen Inseln der Umgebung bietet. Und wir haben wieder Kaiserwetter mit blauem Himmel.

Bergsfjord, von vielen empfohlen, ist unser nächster kurzer Stop. Sehr idyllisch und gut geschützt zwischen den Bergen gelegen, finden wir es auch sehr schön und wären gerne länger geblieben. Aber die Windvorhersage zwingt uns, den nächsten Tag für unsere Weiterfahrt nach Norden zu nutzen Der Wind ist zwar deutlich wechselhafter als vorhergesagt und kommt auch nicht ganz aus der erwarteten Richtung, aber wir schaffen es immerhin, die Hälfte der Strecke nach Hammerfest unter Segeln. Dabei kommt auch unser Gennaker für eine gute Stunde zum Einsatz. Bei bestem Wetter laufen wir um 19:30 Uhr in Hammerfest ein. Wie immer liegen wir nicht am Gäste-, sondern an einem großen neuen Pier mit Fischerbooten. Der Hafenmeister kommt auch auf einen Schwatz vorbei, als wir vom Burgeressen zurückkommen.

Trotz Sonnenschein ist es kalt – die 70 Grad Nord machen sich bemerkbar. Wir nutzen den kommenden Tag, um über den Zickzackweg auf den Salen zu steigen. Oben laufen ein paar Rentiere herum und man hat eine schöne Aussicht auf Hammerfest. Die Vegetation ist sehr karg, Bäume gibt es nur in windgeschützten Tälern. Trotzdem eine beeindruckende Landschaft. Am 1. Juni gibt es wieder ein Geburtstagsfrühstück mit Kuchen und Kerzen. Danach packen wir die Räder aus und besorgen uns einen neuen Föhn und die fehlenden Lebensmittel. Ein Highlight von Hammerfest ist die Meridiansäule, das nördlichste und bekannteste Denkmal des UNESCO-Welterbes „Struve-Bogen“ eines der bedeutendsten wissenschaftlichen Projekte des 19. Jahrhunderts. Mithilfe der 2.821 Kilometer langen Messkette konnte erstmals die genaue Form der Erde bestimmt werden.

Abends gibt es ein Geburtstagsessen im Sakaya.

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