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Kristiansund, Halten und weiter bis Heroy

Zeitraum: 19. - 26. Juli 2025   Distanz: 248 sm

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In Kristiansund unternehmen wir am Tag nach unserer Ankunft einen ausgedehnten Stadtspaziergang – Werftmuseum, Aussichtspunkt Varden und ein gemütliches Bummeln durch die Altstadt inklusive. Nur die historische Fähre, die Sundbåten, macht uns einen Strich durch die Rechnung: Am Sonntag fährt sie nicht. Also laufen wir den unattraktivsten Teil der Strecke zurück zum Boot. War anders geplant, aber gut – Bewegung soll ja gesund sein.

Am nächsten Tag geht es weiter Richtung Halten, mit Zwischenstopp in der Hemnskjela Marina. Gegen 13 Uhr machen wir in Halten fest, und wenig später läuft auch die Senja von Julia und Jens ein. Kaum liegen beide Boote sicher, sitzen wir schon bei Kaffee und Kuchen auf Anori – Julia hat den Kuchen tatsächlich während der Überfahrt gebacken. Chapeau!

Bei der Einfahrt in den Hafen von Halten war uns sofort das „Möwenhotel“ aufgefallen – eine Reihe sorgfältig montierter Nistbretter an der Hauswand direkt über dem Fähranleger. Zunächst sind wir etwas irritiert, doch dahinter steckt praktischer Naturschutz: Vertreter der Stiftung Halten haben die Bretter angebracht, um den Dreizehenmöwen sichere Brutplätze zu bieten. Auf den natürlichen Felsvorsprüngen sind die Küken leichte Beute für größere Möwen. Die künstlichen Nistplätze verbessern ihre Überlebenschancen deutlich – auch wenn man das ständige Geschrei und den unvermeidlichen Vogeldreck in Kauf nehmen muss.

Am Nachmittag unternehmen wir einen ersten Rundgang über Halten. Im kleinen Museum bekommen wir eine überraschend lebendige Führung: Halten war früher ein bedeutender Winterdorsch-Hafen, zur Hauptsaison dicht an dicht voller Boote und mit eigener Infrastruktur – vom Lagerhaus bis zur Krankenstation. Das Zentrum der Anlage bildet das frühere Herrenhaus, die sogenannte Skanklåna, das Wohn- und Verwaltungsgebäude des damaligen Fischereibetriebs.

Heute gehören das Hauptgebäude und mehrere Nebengebäude der Stiftelsen Halten, einer Stiftung, die sich seit vielen Jahren um den Erhalt des alten Fischerdorfes kümmert. Ihr Ziel ist es, Halten als kulturhistorisches Ensemble zu bewahren und gleichzeitig Leben auf die Insel zu bringen – von Führungen über kleine Veranstaltungen bis hin zu Gästeunterkünften. Im Sommer sind viele der Häuser belegt, und die Insel wirkt dann fast wieder so belebt wie früher, nur deutlich entspannter und mit weniger Dorsch.

Später erleben wir dann eine weniger charmante Überraschung. Wir wollen mit dem Dinghy zu den anderen Inselteilen übersetzen und klappen zum Anlanden den Außenborder hoch. Birgit ist schon an Land, da sehen wir: Öl läuft aus dem Motorgehäuse. Schnell wieder runtergeklappt, Gehäuse geöffnet – und der Übeltäter ist schnell gefunden. Nach dem letzten Ölwechsel hat die Werft den Ölmessstab nicht richtig eingesetzt. Ergebnis: Rund ein Liter Öl im Boot. Also zurückrudern und ein bis zwei Stunden putzen. Das Dinghy bleibt bis zum nächsten Ort mit Motorenöl-Versorgung außer Betrieb – Öl für unseren Dieselmotor hilft hier leider nicht weiter.

Nach eineinhalb Tagen trennen sich unsere Wege wieder von Julia und Jens. Senja dreht nach Süden ab, wir halten weiter Kurs gen Norden.

Die nächsten zwei Tage nutzen wir, um wieder ein paar Meilen gutzumachen: mit Stopps in Sætvika und Berg, bevor es weiter nach Herøy geht.

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