Drei Tage in Bergen und ein Abstecher nach Flåm
Nach unserer Ankunft am frühen Nachmittag des 1. Juli in Bergen blieb uns noch genug Zeit für einen ersten Bummel: einmal durch Bryggen, durch die bunten, restaurierten Holzlagerhäuser, weiter durch die Hafengegend und bis zum Bahnhof, um uns für den geplanten Ausflug nach Flåm zu orientieren.
Ein Tag in den Fjorden: Gudvangen – Nærøyfjord – Aurlandsfjord – Flåm
Am nächsten Morgen begann unsere kleine Logistikkette: Weil wir kurzfristig gebucht hatten, waren nicht mehr alle Zugverbindungen verfügbar – also ging es zunächst per Bus und Bahn nach Gudvangen. Im Nachhinein war das ein Glücksfall, denn so bekamen wir unterschiedliche Perspektiven auf die Berg- und Fjordlandschaft.
In Gudvangen stiegen wir auf ein elektrisch betriebenes Schiff um, das uns durch den Nærøyfjord und weiter durch den Aurlandsfjord nach Flåm brachte. Das Wetter zeigte sich von der freundlichen Seite, die Fjorde waren überwältigend. Die Eindrücke sind kaum auf Fotos festzuhalten, man muss es selbst erlebt haben. Vor der Abfahrt mit der Flåmbahn haben wir noch Wikingermenü mit Bierverkostung genossen – sehr touristisch aber trotzdem ganz nett.
Die Flåmbahn – norwegische Ingenieurskunst mit Aussicht
Ein weiteres Highlight war die Rückfahrt mit der Flåmbahn nach Myrdal. Die Strecke ist berühmt – und das völlig zu Recht:
- Sie überwindet auf rund 20 Kilometern Länge etwa 866 Höhenmeter.
- Die maximale Steigung beträgt 55‰, eine der steilsten Normalspurstrecken der Welt.
- Die Strecke führt durch 20 Tunnel, darunter eine große Wendeschleife im Berg (s. Karte).
Zwischendurch hält der Zug an einem tosenden Wasserfall, dem Kjosfossen, wo die rot gewandete Huldra zu sanfter Musik tanzte. Gelegenheit für ein Foto – und für staunende Gesichter auf dem Bahnsteig, uns eingeschlossen.
Bergen von oben
Auch am dritten Tag in Bergen blieb das Wetter sonnig, und wir nutzten die Gelegenheit für eine Fahrt mit der Fløyenbahn. Von oben hat man einen weiten Blick über Stadt, Hafen und die umliegenden Hügel – ein Panorama, an dem man sich kaum sattsehen kann.
Nicht erfolgreich waren wir in Bergen bei der Suche nach einer Werft, die den gebrochenen Halter für unseren Flaggenstock repariert. So sind wir weiterhin mit einer kleineren Version unserer Deutschlandflagge am Achterstag unterwegs, was nicht als gute Seemannschaft gilt, und die auch nicht annährend mit den Riesenflaggen der Norweger und Dänen mithalten kann.
Drei Tage Strecke: Butlandet – Silda – Hareid
Zur Abfahrt Richtung Nikøy, das zu Butlandet gehört, kam dann der Regen zurück. Da wir im Päckchen mit zwei weiteren Booten lagen und das äußere noch bleiben wollte, war das Ablegen eine kleine Koordinationsübung. Erst unter Maschine durch die nasse Suppe, später mit Wind von achtern und endlich ohne Regen – ein versöhnlicher Abschluss des Tages als wir in Nikoybrugge anlegen. Ein kurzer Spaziergang vor Ort (mit einigen Schauern) erschließt uns eine wunderschöne Insellandschaft.
Am nächsten Tag ging es weiter nach Silda, wo wir den Abend ebenfalls mit einem Inselrundgang beschlossen. Danach folgte die Etappe nach Hareid, einschließlich der Rundung des Vestkapp – einem der markantesten und berüchtigsten Kaps an der norwegischen Westküste.
Bei ruhigem Wetter zeigte es sich von seiner harmlosen Seite, doch bei Starkwind soll es hier schnell ungemütlich werden, weil Atlantikdünung und Küstenströmungen zusammentreffen. Norwegen plant sogar einen Schiffstunnel durch die Halbinsel Stadlandet, um diese Passage langfristig sicherer zu machen.
Drei Tage, an denen wir vor allem Strecke machen wollten – und das auch getan haben.





























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