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Estland

Zeitraum: 01. - 12. August 2023   Distanz: 239 sm

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Am 1. August geht es weiter in Richtung baltische Staaten. In der Hafenausfahrt vor der Festung müssen wir allerdings erst die Fähre Gabriella der Viking Line durchlassen. Die 40 Seemeilen nach Tallinn dauern für uns unter Segeln rund 7 Stunden, wir legen am Nachmittag in Tallinn Noblessner an. Die Schnellfähren machen das in 2 Stunden.

Unseren Aufenthalt in Tallinn starten wir mit einem Orientierungsspaziergang in der berühmten Altstadt und schließen den Tag mit einem Abendessen im ‚Peppersack‘ ab. In den nächsten Tagen erkunden wir die Stadt ausführlich. Es regnet immer wieder, auch während der Führung durch die Altstadt.

Auf dem Domberg besichtigen wir u.a. die Domkirche St. Marien. Im Innenraum fallen die zahlreichen Wappenepitaphien der baltisch-deutschen Ritterschaft auf, die die Wände prägen. Die Kirche diente über lange Zeit als geistliches und zugleich gesellschaftliches Zentrum der Region.

Im Rotermann-Viertel lernen wir einen der modernen Teile Tallinns kennen, gekennzeichnet durch moderne Architektur, Skulpturen, viele Bars und Restaurants und quirliges Leben.

Eine Radtour in die Umgebung, ein Gang zum Hafen und durch diverse Shopping Malls runden unseren Besuch dieser hoch interessanten und durch geschäftige Betriebsamkeit gekennzeichneten Stadt ab.

Unser nächstes Ziel in Estland ist Dirhami. Wir segeln knapp 60 sm bei gutem Wind. Nach dem wuseligen Tallinn gefällt uns der ruhige Ort am Wasser, wo man ausgezeichnet Fisch essen kann, sehr gut.

Im Wetterbericht kündigen sich Stürme für die nächsten Tage an. Wir suchen uns Kärdla auf der Insel Hiiumaa als Hafen zum Abwettern aus. Schon auf dem Weg dorthin können wir gerade noch ein Gewitter vermeiden und auch das Anlegemanöver bei 25 Knoten Wind ist keine einfache Übung.

Während der Sturm die nächsten 2 Tage tobt, machen wir zunächst eine Radtour durch das Hinterland von Hiiumaa, zum Leuchtturm Tahkuna sowie dem Denkmal des Estonia-Unglücks bis nach Körgessaare. Viel schöne Natur und traumhafte Wälder begleiten uns. Am Tag darauf bleiben wir bei 35 Knoten Wind lieber bei Anori, waschen Wäsche im Hafengebäude und sind froh über unseren sicheren Liegeplatz am Pier. Die Boote am Schwimmsteg springen wie Korken auf dem Wasser. Vom Boot aus beobachten wir die Windsurfer, denen diese Bedingungen offensichtlich Spaß machen.

Unsere nächste Station ist Kuivastu auf Saaremaa. Die Fahrt dorthin wird keine einfache Aufgabe. Bei Wind direkt von vorne und hohem Wellengang als Überbleibsel des Sturms hat selbst unser starker Dieselmotor Mühe und wir kommen nur sehr langsam voran, teils mit 2 – 3 Knoten. Hinzu kommt Starkregen mit schlechter Sicht. Bei ablandigem Wind ist Anori schwer an die Pier zu bekommen und wir brauchen lange Leinen und ein paar starke Hände, die mit zupacken.

Vor uns am Pier liegt ein sehr außergewöhnliches Boot, die Tiir. Ihre Eigner haben auch beim Anlegen geholfen, und so kamen wir ins Gespräch und waren eingeladen, Tiir zu besichtigen. Anschließend saßen wir auf Anori zusammen und tauschen unsere nationalen Biere und viele Informationen aus.

Auch die Fahrt zur Hauptstadt von Saaremaa wird durch Winddreher und viele Regenschauer erschwert. Nach 56 sm legen wir in Roomassaare, dem Hafen der Hauptstadt Kuressaare, an.

Mit dem Fahrrad ist man in einer Viertelstunde vor Ort und so packen wir morgens die Räder aus. Das Wetter hat sich beruhigt und die Sonne scheint vom blauen Himmel. Wir besichtigen zunächst die alte Festung, die sehr gut erhalten ist. Die Festung war über lange Zeit Sitz des Bischofs und zugleich politisches Zentrum der Region. Die geschlossene Bauweise und die erhaltenen Innenräume lassen die Nutzung bis heute gut erkennen.

Nachmittags spielen wir eine Runde Golf auf dem schönen Platz des Saaremaa Golf & Country Clubs.

Am Tag darauf fahren wir in die Innenstadt von Kuressaare. Zum Glück finden wir einen Friseur, der uns beiden spontan einen dringend erforderlichen Haarschnitt verpasst.

Auf dem Marktplatz schauen wir bei einer Veranstaltung mit folkloristischen Tänzen zu. Wir bummeln durch die Gassen und essen eine Kleinigkeit. Nachmittags ist noch einmal eine längere Radtour auf dem Programm, erst entlang der Küste nach Südwesten und dann quer durch die Insel zurück. Nach 58 km Strampeln haben wir dann die körperliche Ertüchtigung mit dem Erkunden von Saaremaa erfolgreich verbunden.

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