Helgeland ist die eigentliche Entdeckung unserer bisherigen Reise entlang der norwegischen Küste. Jeder hat schon vom Geirangerfjord gehört, die Lofoten sind ohnehin ein Mythos – und spätestens seit James Bond erscheint die Atlantikstraße auf der Liste der Touristenmagnete weit oben. Aber Helgeland? Darüber spricht kaum jemand. Und genau das macht den Reiz aus.
Unser erster Höhepunkt: Ankunft in Heroy und der Blick auf die Sieben Schwestern, die markante Bergkette südlich von Sandnessjøen. Wir verbringen einen Tag auf der Insel, drehen eine ausgedehnte Runde zu Fuß und genießen diese stille, großartige Landschaft, die ganz ohne großes Marketing auskommt.
Tags darauf geht es weiter nach Husøya / Træna, einer der abgelegensten Inselgruppen Norwegens. Kaum angekommen, machen wir abends noch einen Inselrundgang – perfektes Licht, perfekte Motive, und genug Ruhe, um jeden Auslöser bewusst zu drücken.
Am nächsten Morgen dann ein kleines logistisches Abenteuer: Im örtlichen Gemischtwarenladen ergattern wir tatsächlich Motoröl für das Dinghy, das dringend Nachschub brauchte. Ein Glückstreffer, denn unser Plan war, mit der Fähre auf die Nachbarinsel Sanna überzusetzen. Kleines Detail, das uns vorher entgangen war: Dienstags fährt keine Fähre. Also mit dem Dinghy – und dank frischem Öl war das kein Problem.
Sanna begeistert uns sofort. Die Wanderung um die Insel ist abwechslungsreich, rau und wunderschön. Natürlich testen wir auch die berühmte Akustik der Höhle – allerdings eher mit Rufen und Schreien als mit Gesang. Die Konzerte beim Træna-Festival müssen dort wirklich außergewöhnlich klingen.
Der folgende Tag zeigt sich verregnet und stürmisch. Perfektes Wetter, um uns um Anori zu kümmern und ganz nebenbei unsere Steuererklärung abzuschicken – das wahre Leben holt einen eben selbst am Rand des Nordatlantiks kurz ein.
Weiter geht es nach Rødøya. Unterwegs schlagen wir kulinarisch zu: ein großer Dorsch und ein Pollack gehen uns nacheinander an die Angel. Frischer geht’s nicht – der Kühlschrank freut sich.
Am nächsten Tag steht die Besteigung des Rødøyløva auf dem Programm. Der Löwe macht seinem Namen alle Ehre: steil, aber gut machbar, und oben gibt’s den Lohn in Form einer grandiosen Aussicht über Schären, See und Berge. Am Nachmittag drehen wir noch eine Runde über die Insel, einfach, weil Rødøya ein Ort ist, an dem man gern ein bisschen länger schlendert.
Tags darauf halten wir Kurs Richtung Svartisen. Der Plan: am Gästesteg festmachen und den Gletscher aus der Nähe erleben. Die Realität: Der Steg ist voll – besetzt von Arbeitsbooten und schnellen RIBs, die im Shuttleverkehr unterwegs sind. Für Anori bleibt kein Platz. Also bleibt es bei ein paar Aufnahmen aus der Ferne, und wir verabschieden uns wieder aus dem Fjord. Die Nacht verbringen wir in Bolga, wo es deutlich ruhiger zugeht.
Am nächsten Tag wartet eine besondere kleine Tour: die Wanderung durch das Loch im Berg – eine geologische Laune – und anschließend eine Runde um die Insel. Ein kurzer, feiner Abstecher, der zeigt, wie vielfältig Helgeland auf kleinem Raum sein kann.
Wir haben in diesem Reiseabschnitt nur einige wenige Inseln und Orte, die Helgeland so besonders machen angesteuert und werden sehr gerne wiederkommen um die Entdeckung fortzusetzen.
Am Tag darauf folgt der Schlag nach Bodø, der uns endgültig in den Norden bringt – und ein gutes Stück näher an die Lofoten, die wir von hier aus schon fast riechen können.














































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