Von Stavanger aus segelten wir einen kurzen Schlag nach Jørpeland. Der Ort eignet sich gut als Ausgangspunkt für den Besuch des Preikestolen: Bus- und Taxiverbindungen zum Basiscamp sind unkompliziert und zuverlässig.
Das Wetter am Tag der Besteigung war alles andere als einladend. Tiefe Bewölkung, wechselndes Licht und gelegentliche Regenschauer bestimmten den Aufstieg. Gerade diese Bedingungen verliehen dem Felsmassiv und dem Lysefjord jedoch eine besondere, beinahe mystische Stimmung. Oben angekommen waren wir trotz des Wetters bei Weitem nicht allein…
Der Preikestolen ist eine rund 604 Meter senkrecht über dem Lysefjord abfallende Felsplattform und zählt zu den bekanntesten Natursehenswürdigkeiten Norwegens. Die Wanderung zum Plateau ist gut ausgebaut, erfordert aber dennoch Trittsicherheit und etwas Kondition.
Am folgenden Tag zeigte sich das Wetter von seiner besseren Seite. Wir liefen aus und fuhren vorbei am Preikestolen und an den Whisky Falls tief hinein in den Lysefjord bis nach Lysebotn. Der Liegeplatz dort verlangte uns in den ersten zwei bis drei Stunden volle Aufmerksamkeit ab: Unter dem Kiel war nur wenig Wasser. Wir loteten kontinuierlich die Tiefe und verglichen sie mit den Zeiten der Tidentabelle. Als es kritisch wurde, verholten wir Anori noch ein Stück und hielten uns jederzeit bereit, im Notfall wieder abzulegen. Am Ende ging alles gut – es hat gereicht.
In den Fjorden gilt: Der Weg ist das Ziel. Entsprechend machten wir uns bereits am nächsten Morgen wieder auf den Weg, durch den Fjord hinaus über Lindøy in Richtung Haugesund. Die Strecke dorthin konnten wir endlich einmal wieder vollständig unter Segeln zurücklegen.
In Haugesund blieb das Wetter wechselhaft, doch wir hatten einen angenehmen und inspirierenden Austausch mit einer jungen holländischen Crew – genau diese Begegnungen gehören für uns zum Unterwegssein dazu.
Unser nächstes Ziel war Bergen, mit einem Zwischenstopp in Kolbeinshamn. Der kleine, sehr idyllische Naturhafen mit zwei Schwimmstegen bot einen ruhigen Abschluss des Tages. Am Abend folgte noch ein kurzer Spaziergang, bevor wir am nächsten Morgen die letzte Etappe nach Bergen in Angriff nahmen.
















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