Wir kamen gegen Mittag in Kirkehamn an und der Ort erfüllte viele Klischees eines norwegischen Fischerdorfs — auf sehr positive Art. Ein geschützter Hafen mit einer Fischereigenossenschaft, Fischern, die anlegten und ihren Fang ablieferten, und die Möglichkeit, Fisch und Reker zu kaufen. So hatten wir einen tollen ersten Eindruck von Norwegen.
Den Nachmittag nutzten wir noch für den Aufstieg auf den Aussichtspunkt Hågåsen mit der deutschen Festung aus dem Zweiten Weltkrieg und dabei ergaben sich einige Gelegenheiten für schöne Fotos vom Ort und der Küste. Am folgenden Tag machten wir erst einmal klar Schiff und reparierten die Toilette. Zwischendurch besuchte uns der Hafenmeister, zuständig für Flekkefjord, Kirkehamn und Umgebung, und wir diskutierten mit ihm die Meldepflicht für Sportboote und die Situation in den Häfen an der norwegischen Küste.
Da Anori ein Schiff von über 15 Metern Länge ist, gelten für uns seit dem 1. Januar 2025 neue Regeln, die unsere Flexibilität etwas einschränken. Vor der Abreise hatten wir uns und Anori mit allen geforderten Daten im entsprechenden Online-Portal registriert. Für den Aufenthalt in norwegischen Hoheitsgewässern gilt:
1. Wir müssen jede Bewegung mit geplanter Abfahrtszeit (ETD), Zielhafen und geplanter Ankunftszeit (ETA) melden. Wir tun das per E-Mail und es hat sich ein knappes Format etabliert. Das bedeutet keine Einschränkungen und die Kommunikation ist entspannt.
2. Ankern dürfen wir erst nachdem wir eine Genehmigung mit den exakten Koordinaten des Ankerplatzes sowie ETA und ETD eingeholt haben.
3. Auch für Landgänge mit dem Dinghy ist eine vorherige Freigabe nötig.
Der Hafenmeister, der ausländische Segler ausdrücklich willkommen heißt, erläuterte, dass illegale Einwanderung und undurchsichtige Aktivitäten ausländischer Schiffe die Auslöser für diese Maßnahmen seien. Das war nachvollziehbar, und als Gäste in einem fremden Land hielten wir uns an die Regeln. Aber das Gefühl von Freiheit litt spürbar darunter weil wir nicht einfach spontan in einer schönen Bucht vor Anker gehen können.
Von Kirkehamn aus führte uns der nächste kurze Schlag nach Flekkefjord. Wir hatten schon im Vorhinein Kontakt zu Marlene und Bert von der Heimkehr und als wir einliefen, erwarteten sie uns am Steg. Kaum hatten wir festgemacht, saßen wir schon beim Kaffee auf der Heimkehr. Während der nächsten beiden Tage haben wir uns mehrfach zum Essen und kleinen Aktivitäten getroffen. Hervorzuheben ist eine Tour mit der Flekkefjordbahn – einer Fahrraddraisine. Den zweiten Tag ließen wir zum Abschied mit einem Absacker auf der Heimkehr ausklingen.
Am nächsten Morgen setzten wir unseren Kurs nach Egersund fort; Leni und Bert legten um 8:00 Uhr in Richtung Schottland/Inverness ab. In Egersund fand direkt vor unserem Schiff das Fischerfest am Hafen statt. Es gab interessante Informationen über die lokale Fischereiindustrie und allerlei Leckereien aus dem Meer, die wir probierten.
In Stavanger, unserer nächsten Station, erhielten wir einen Liegeplatz zwischen dem Sportboothafen und dem Anleger für Kreuzfahrtschiffe, sodass die MS Europa 2 und die Amadea unsere Stegnachbarn waren. Zwischen den Regenphasen blieb zum Glück Zeit für einen ausgedehnten Stadtbummel durch die Altstadt, Fargegata, zum Dom und entlang des Hafens. Dazu kam noch eine Radtour mit mit einem Stopp bei den “Schwertern im Fels”.
Am Tag unserer Weiterreise besuchten wir am Vormittag noch das Erdölmuseum und nahmen viel über den neuen Reichtum Norwegens und die zugehörigen Technologien mit.



















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