Am 6. Juni war es so weit: Klaus hatte seinen letzten Arbeitstag – offiziell noch bis Ende Juni im Urlaub, aber innerlich schon im Rentenmodus. Die Saison in Norwegen ist kurz, und Anfang Juni waren wir ohnehin schon spät dran. Also hieß es am frühen Nachmittag des 7. Juni: Leinen los in Travemünde! Ziel für die erste Nacht war Klintholm auf der Insel Møn – rund 70 Seemeilen weiter nordöstlich.

Der Nachmittag begann ruhig, mit leichtem Wind und gleichmäßigem sehr ruhiger See. Abends übernahm Klaus die erste Wache – und die hätte beinahe dramatisch geendet. In der Dunkelheit tauchte voraus ein hell erleuchtetes Objekt auf. Übermüdet und noch nicht ganz im Nachtmodus glaubte Klaus, es sei ein entgegenkommendes Schiff. Erst im letzten Augenblick dämmerte ihm, dass es eine Tonne war – und er wich hart nach Steuerbord aus. Beinahe wäre die Reise schon in der ersten Nacht vorbei gewesen – ein Schreckmoment, der uns später noch oft an die Grenzen zwischen Müdigkeit und Wachsamkeit erinnerte. schon in der ersten Nacht vorbei gewesen. Danach war an Müdigkeit natürlich nicht mehr zu denken und es war eine Lektion darin die eigene Urteils- und Reaktionsfähigkeit bei Übermüdung richtig einzuschätzen. Am nächsten Morgen liefen wir heil in Klintholm ein. Der Regen kam uns gerade recht, um nach dem Schreck auszuschlafen.
Einen Tag später war das Wetter wieder deutlich besser, und ein kräftiger Nordwest mit Böen bis 30 Knoten brachte uns in 10 Stunden vorbei an Kopenhagen nach Helsingborg – ein uns gut bekannter Hafen mit mir großen Liegeplätzen für Anori.
Auf dem Weg von Helsingborg nach Anholt dann ein kleines Highlight: eine inoffizielle Regatta mit der Despina. Zunächst lag die Despina klar vorn, doch mit zunehmendem Wind konnten wir aufholen und schließlich als Erste in Anholt festmachen – sehr zu unserer Zufriedenheit.
Die Galerie wurde nicht gefunden!Auf Anholt legte sich der Wind komplett, was uns gar nicht störte. Die Insel wollten wir ohnehin schon lange besuchen. Wir erkundeten die karge, windgeformte Landschaft und lernten Beate und Herbert von der Birdy kennen – zwei sympathische Segler, mit denen wir den ganzen Sommer über in Kontakt bleiben sollten.
Von Anholt aus wollten wir eigentlich in einem Rutsch bis Kirkehamn durchsegeln. Doch gegen Abend schlief der Wind ein, und so landeten wir in Skagen für eine spontane Übernachtung. Am nächsten Morgen dann perfektes Segelwetter: frischer Wind, beständige Richtung – genau so, wie man es sich wünscht. 25 Stunden später liefen wir nach 153 Seemeilen in Kirkehamn ein. Müde, glücklich und mit dem Gefühl: Jetzt hat das Abenteuer wirklich begonnen.













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