• Menu
  • Menu

Helsinki

Zeitraum: 28. - 31. Juli 2023   Distanz: 146 sm

Bei der Verwendung der Karten werden Inhalte von Drittservern geladen. Wenn Du dem zustimmst, wird ein Cookie gesetzt und dieser Hinweis ausgeblendet. Wenn nicht, werden Dir keine Karten angezeigt.

Da Hanko ein beliebter Hafen ist und wir mitten in der Hochsaison unterwegs sind, wollen wir nicht erst am Abend ankommen. Deshalb heißt es um 5:10 Uhr Anker auf. Der Wetterbericht sagt nur wenig Wind voraus – etwa 6 kn, in Böen bis 15 kn. Entsprechend wechselt der Törn zwischen Segeln und Fahrt unter Maschine. Die Passage verläuft ruhig und ohne besondere Ereignisse.

Das ändert sich, als wir gegen 17:00 Uhr in Hanko einlaufen. Der Hafen ist bereits recht voll, und mit Anori haben wir wegen der Größe und dem Tiefgang nur wenige Möglichkeiten. Es gäbe einen passenden Platz, allerdings müsste sich eine Motoryacht ein Stück verholen, damit wir vollständig an den Steg passen. Die Crew weigert sich jedoch – selbst nachdem der Hafenmeister sie dazu auffordert. So ragen wir nach dem Festmachen mit dem Bug in die Gasse. Sowohl wir als auch der Hafenmeister sind über dieses Verhalten ziemlich irritiert. Am Abend gehen wir noch ein wenig durch den Ort und essen anschließend in einem der Restaurants am Hafen.

Am nächsten Morgen geht es wieder früh weiter Richtung Helsinki, diesmal bei deutlich anderem Wetter. Wir haben durchgehend guten Segelwind von 4–6 Bft. Am Nachmittag setzt Regen ein, der die Freude etwas trübt, aber erst beim Einlaufen in Helsinki wird es wirklich unangenehm: Es beginnt kräftig zu schütten und die Sicht wird entsprechend schwierig. Um 18:00 Uhr machen wir schließlich in Helsinki Katajanokka fest. Zwar mitten in der Stadt aber auch in der bisher teuersten Marina unserer Reise mit 135 Euro pro Nacht.

Am nächsten Morgen scheint wieder die Sonne. Wir warten auf Jutta, eine Arbeitskollegin von Birgit, und ihre Tochter Sofia. Die beiden kommen pünktlich – mit einer großen Tüte finnischer Leckereien. Geschenke, wie man sie mitbringt, wenn man ein Boot besucht. Darunter sind auch Erdbeeren. So gute Erdbeeren haben wir selten gegessen.

Als Einheimische übernehmen die beiden die Führung und wir bummeln gemeinsam durch Helsinki. Zuerst zur großen Kathedrale, dann über den Markt am Hafen und weiter entlang der Esplanade, der zentralen Flaniermeile der Stadt.

Später gehen wir Richtung Bahnhof und von dort weiter zur Töölönlahti, einer Wasserfläche im Park mitten im Zentrum. Eine nette ruhige Oase im quirligen Helsinki. Dort steht auch die Zentralbibliothek Oodi. Das Gebäude wurde 2018 eröffnet und gehört zu den wichtigsten öffentlichen Neubauten der Stadt. Die Architektur fällt sofort auf durch ihr weit auskragendes, geschwungenes Dach, viel Glas und eine offene Gestaltung. Die Bibliothek ist ein öffentlicher Treffpunkt. Neben Lesesälen gibt es Arbeitsplätze, Studios, Werkstätten mit 3-D-Druckern, Musikräume und viele offene Aufenthaltsbereiche. Viele Menschen kommen einfach zum Arbeiten oder um Zeit zu verbringen. Gegenüber liegt das ebenfalls architektonisch markante Helsinki Music Centre, in dem mehrere Orchester der Stadt beheimatet sind.

Mittags fahren wir mit dem Auto nach Espoo, dem Sitz unserer Firma Bayer. Im Segelclub am Hafen essen wir eine Kleinigkeit. Anschließend machen wir noch einen Spaziergang am Strand von Espoo. Danach verabschieden sich Jutta und Sofia – nicht ohne uns noch einige Tipps für die nächsten Tage zu geben.

Am folgenden Tag ist das Wetter wieder eher grau, trotzdem nehmen wir die Fähre zur Seefestung Suomenlinna.

Die Anlage liegt auf mehreren Inseln direkt vor Helsinki und gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Bau der Festung begann Mitte des 18. Jahrhunderts, als Finnland noch zu Schweden gehörte. Sie sollte den Zugang zum Hafen von Helsinki sichern und entwickelte sich zu einer der größten Seefestungen ihrer Zeit. Später übernahmen die Russen die Anlage, bevor sie nach der finnischen Unabhängigkeit Teil Finnlands wurde. Heute leben auf den Inseln noch immer einige hundert Menschen, und zwischen Bastionen, alten Kasernen, Werften und kleinen Häfen hat sich ein weitläufiges Freiluftgelände entwickelt.

Wir schlendern über die Wege der Anlage, genießen immer wieder den Blick auf die Schären und zurück Richtung Helsinki. Dabei fällt uns auch die enge Fahrrinne auf, durch die der gesamte Schiffsverkehr – einschließlich der großen Kreuzfahrtschiffe – in den Hafen hinein und wieder hinaus muss.

Insgesamt gefällt uns Helsinki sehr gut. Die Stadt wirkt lebendig, und die Architektur ist erstaunlich abwechslungsreich – von klassizistischen Gebäuden über Jugendstil bis zu moderner Holz- und Glasarchitektur.

Ein besonderer Dank geht an Jutta und Sofia, die uns ihre Stadt aus der Perspektive von Einheimischen gezeigt haben. Dadurch wurde der Tag in Helsinki etwas ganz Besonderes.

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert