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Åland

Zeitraum: 20. - 27. Juli 2023   Distanz: 256 sm

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Ursprünglich hatten wir vor, von Höga Kusten an die gegenüberliegende finnische Küste zu segeln, diese Idee haben wir nach einem intensiven Blick auf die Seekarte und Hafenführer aber schnell wieder verworfen. Zu viele Steine, zu flache Häfen – kein Revier für Anori. Also drehen wir den Blick nach Süden. Ziel: Åland.

Am 20. Juli um 14:30 Uhr legen wir wir in Docksta ab. Der Wind hält sich zurück, wie angekündigt. Die ersten Meilen laufen unter Motor, später können wir segeln, mehrere Stunden sogar recht ordentlich. Die Passage wird insgesamt zu einem Mix aus Fahrt unter Maschine und manchmal etwas Segeln. Aber wir wollen Strecke machen und irgendwann liegen die Ålands vor uns. Die Ansteuerung in der zweiten Nacht ist aufgrund der vielen Lichter kompliziert und verwirrend. Da wir übermüdet waren, haben wir uns wir uns für den sicheren Weg durch das betonnte Fahrwasser entschieden.

Enskär als kleiner Hafen ganz im Westen der Ålands soll ein Geheimtipp sein. Als wir einlaufen wollen, wirkt es eher wie ein Treffpunkt der Eingeweihten. Voll.
Wir entscheiden uns ohne große Diskussion für Plan B und laufen weiter nach Sandviken bei Eckerö. Um 05:00 Uhr fällt der Anker. Der Moment, wenn das Schiff ruhig liegt und der Motor verstummt, ist nach zwei Nächten unterwegs besonders angenehm. Wir schlafen lange. Am Nachmittag setzen wir mit dem Dinghi über nach Eckerö und machen einen kleinen Spaziergang über die ruhige Insel, Åland empfängt uns auf angenehme Art und Weise.

Am nächsten Morgen geht um 10:30 Uhr Anker auf. Endlich segeln wir wieder richtig – moderater Wind, flottes Vorankommen. Nach den Motorstunden fühlt sich das fast wie eine kleine Wiedergutmachung an.
Wir laufen in den Osthafen von Mariehamn ein. Die Stadt ist überschaubar und maritim geprägt. Wir schlendern durch die Straßen, schauen in die Häfen, genießen die Zeit.

Ein Taxi bringt uns am nächsten Tag nach Kastelholm zum Ålands Golfklubb. Wir spielen die Slottsbanan und genießen die ruhige, grüne Weite mit Blicken auf das Schloß. Der Platz mit seinen zahlreichen Wasserhindernissen fordert Konzentration, bleibt aber fair. Und landschaftlich ist er ohnehin eine Reise wert.

Am folgenden Tag schüttet es. Nicht ein bisschen, sondern richtig.
Also Regenprogramm: die Pommern und das Ålands Sjöfartsmuseum. Das Museum beeindruckt durch seine umfangreiche Sammlung zu allen maritimen Bereichen. Frachtschiffe unter Segel und Maschine, Schiffsbau, Navigation, Sicherheit auf See und als Besonderheit der Kap Horn Raum.
Nach dem Museum besichtigen wir die Pommern. Die Pommern ist der einzige P-Liner, der unter Deck im Original erhalten ist und wo man die Dimension der Frachträume wahrnehmen kann. Wir haben eine gewisse Verbindung zu den P-Linern, da wir mit Anori im Winter immer in Travemünde waren und dort liegt das Schwesterschiff, die Passat. Als wir wieder draußen stehen, fällt das Wasser noch immer in Strömen.

Als es tags darauf wieder trocken ist, steigen wir aufs Rad. Vom Traditionsseglerhafen über die St. Olaf’s Kirche bis zurück nach Kastelholm, diesmal zur Schlossbesichtigung mit Führung durch das mittelalterliche Leben. Knapp 70 Kilometer kommen zusammen. Die Landschaft ist nicht spektakulär, aber abwechslungsreich. Felder, kleine Straßen, immer wieder Wasser. Am Ende sind wir zufrieden – und spüren die Strecke.

Nach drei Tagen Mariehamn suchen wir wieder die ruhige Seite der Ålands. Wir ankern in Sandvik auf Kokär. Wir winken der La Belle Epoque bei der Ausfahrt, zu einem direkten Kontakt mit Claudia und Jürgen kam es leider nicht. Dann gehen wir noch einmal an Land, ein kleiner Spaziergang, anschließend zurück aufs Boot.

Am nächsten Tag holen wir früh den Anker auf. Die See liegt ruhig und die Stimmung am frühen Morgen zwischen den vielen Inseln ist wunderschön.


Åland war für uns mehr als nur ein Zwischenstopp: zwei Nächte Anreise, eine lebendige kleine Hauptstadt, Golf mit Schlossblick, ein Regentag in der Geschichte der Seefahrt, ein Ausflug ins Mittelalter und schließlich die Ruhe der Schären.
Jetzt geht es weiter nach Finnland. Wieder zwischen Tonnen, Felsen und freiem Wasser – bei gutem Wind.

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