Am Vormittag des 6. Juli war alles bereit zur Weiterreise. Bei gutem Südwind legten wir ab. Die ersten Meilen durch das enge Fahrwasser fuhren wir noch unter Motor, danach ging es unter Segeln weiter bis Östra Slangholmen. Dort verbrachten wir die Nacht vor Anker. Am folgenden Tag segelten wir nach Erikstorpsviken, es folgte eine weitere ruhige Ankernacht.
Von Erikstorpsviken aus nahmen wir die Einfahrt durch den Baggenstäket in Richtung Stockholm. Nach den emotional schwierigen Tagen freuten wir uns jetzt auf die lebendige Stadt.
Stockholm ist für Klaus ein besonderer Ort. Während seiner Zeit bei Ericsson war er bis Ende 2002 häufig hier und hatte im Laufe der Jahre zweimal ein Apartment: zunächst auf Södermalm nahe der Västerbron, später auf Kungsholmen fast direkt am Wasser an der Norr Mälarstrand. Nach mehr als zwanzig Jahren war es spannend zu sehen, was sich verändert hatte, was vertraut geblieben war – und ob die Orientierung wieder funktionierte. Man durfte gespannt sein.
Wir hatten einen Liegeplatz im Wasahamn reserviert und kamen dort mittags an. Den Nachmittag nutzten wir für einen Spaziergang durch Gamla Stan und zum Schloss.
Zurück an Bord stellten wir fest, dass der Liegeplatz direkt neben dem Vergnügungspark auch seine akustischen Nachteile hatte: Durch das durchdringende Kreischen der Fahrgäste auf der Achterbahn und den anderen Attraktionen hatten wir kaum Ruhe im Cockpit. Zum Glück schließen die Fahrgeschäfte relativ früh.
Am nächsten Vormittag erkundeten wir Djurgården, unseren Vorgarten für die Tage in Stockholm. Die Insel vereint Museen, den besagten Vergnügungspark Gröna Lund und weitläufige Parkanlagen und ist gut mit Fähren und öffentlichen Verkehrsmitteln angebunden. Am Nachmittag besuchten wir im Fotografiska die Ausstellung Lightness of Being von Peter Lindbergh. Seine Arbeiten mögen wir sehr; der Besuch nahm entsprechend Raum ein.
Am folgenden Tag kamen unsere Fahrräder wieder zum Einsatz. Unsere Tour führte am Nordufer von Kungsholmen entlang, über die Brücke nach Långholmen, weiter nach Södermalm, mit einem Abstecher nach Sickla und schließlich über Gamla Stan und Östermalm zurück zur Djurgårdsgatan. Stockholm lässt sich hervorragend und erstaunlich stressfrei per Rad erkunden.
Am letzten Tag in Stockholm stand noch Technik auf dem Programm. Jefa hatte die Ersatzteile für die Magnetkupplung des alten Autopiloten an den Hafenmeister geschickt, nun konnten wir die Reparatur durchführen. Vielen Dank an Jefa in Dänemark für die unkomplizierte Abwicklung und den telefonischen Support. Danach blieb noch Zeit für eine Radtour nach Lidingö sowie einen Einkaufsbummel.
Bei unserer Rückkehr in die Marina bemerkten wir ein Piepen – der typische Alarmton von Booten. Wir wunderten uns zunächst, dass sich offenbar niemand darum kümmerte. Als wir uns Anori näherten, wurde das Piepen lauter, und wir ahnten nichts Gutes. Vor unserer Radtour hatten wir noch die Waschmaschine angestellt. Sie war undicht und hatte den Bilgenalarm ausgelöst. Der Hafenmeister hatte vergeblich versucht, uns zu erreichen, weil er sich Sorgen um unser Boot gemacht hatte – und weil die gesamte Marina über Stunden dem Alarmton ausgesetzt gewesen war. So kam auch die Waschmaschine auf die To-do-Liste.
Man hätte in Stockholm noch vieles unternehmen können. Nach vier Tagen Großstadt zog es uns jedoch wieder hinaus zurück in die Natur.























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